Drucker-Test: HP Officejet Pro X476dw

Der HP Officejet Pro X476dw ist eines der wenigen Officejet-Geräte, die HP schon 2013 mit der sogenannten PageWide-Technologie ausstattete – einer Technologie, die HP erst drei Jahre später mit Einführung der PageWide-, PageWide Pro und PageWide Enterprise-Drucker so richtig auf den Markt gebracht und beworben hat. Grund genug für uns von Prindo, den Vorreiter gezielt unter die Lupe zu nehmen: Was kann der Officejet Pro X476dw? Lohnt es sich, in ihn zu investieren? Und für wen ist der Multifunktionsdrucker geeignet?

Sein größter Trumpf: die Geschwindigkeit

Das rasante Tempo des HP Officejet Pro X476dw ist für HP das vorrangige Verkaufsargument: Dank innovativer PageWide-Technologie soll er vergleichbare Laserdrucker locker überholen. Dahinter steht das Prinzip des Zeilendrucks. Kurz erläutert: Wo der klassische Tintenstrahldrucker den Druckkopf für jede Zeile einmal quer über das Papier bewegt, bedruckt das PageWide-Gerät durch eine seitenbreite feststehende Druckstange die ganze Breite gleichzeitig.

Viel schneller als Laser, sagt HP. Recht haben sie!

Wir testen zunächst seine Geschwindigkeit im Entwurfsmodus. Hier erreicht der Drucker die Herstellerangaben tatsächlich spielend:  Mit 55 Seiten pro Minute legt er ein extremes Tempo vor, das selbst Laserdrucker nicht toppen! HP nennt diese Qualität „General Office Modus“. Verlassen wir diesen Modus und legen ISO-Standards zugrunde, so fallen die Unterschiede im Ausdruck allerdings kaum auf. Auch hier kommt der Officejet Pro X476dw noch auf die versprochenen 36 Seiten pro Minute, und das sowohl in Farbe als auch in Schwarzweiß. Dass das für einen PageWide-Drucker keinen Unterschied macht, liegt in der Natur der Technik – und fällt positiv ins Gewicht.

Zum Vergleich: Ein solider Officejet wie der HP OfficeJet Pro 8610 eAiO bringt es auf 19 Seiten pro Minute in Schwarzweiß und gut 14 Seiten in Farbe. Für einen Tintenstrahler beeindruckend – für einen PageWide-Tintenstrahler offensichtlich kein Maßstab.

Schnell, schneller – zu schnell fürs Ausgabefach?

Etwas anderes fällt uns jedoch auch schnell auf: Die Geschwindigkeit, die den Drucker so attraktiv macht, kann auch schnell zur Überlastung des Ausgabefachs führen. Denn dieses Fach ist für den Durchsatz eher schmal bemessen, so dass wir aufpassen müssen, mit der Entnahme der bedruckten Seiten auch hinterherzukommen. Relevant ist dieser Kritikpunkt aber lediglich für Nutzer, die immer wieder große Mengen drucken: Denn die haben sicher keine Lust, ständig das Ausgabefach zu leeren, damit der Drucker nicht von seinem eigenen Tempo überfordert ist.

Die Betriebskosten sind mehr als moderat. Bravo!

Halb so teuer wie ein Laserdrucker soll der Officejet Pro X476dw in den Unterhaltskosten sein, behauptet der Hersteller. Das wollen wir mit dem Druckerzubehör für den HP Officejet Pro X476dw überprüfen. Und zwar, indem wir die optionale schwarze XL-Patrone einlegen, die nach Angaben von HP Kapazitäten für rund 9200 Seiten haben soll – schließlich ist der Seitenpreis in der Regel der ausschlaggebende Kostenfaktor. Das Ergebnis: Wir kommen auf einen Seitenpreis von unter einem Cent – genauer gesagt 0,9 Cent pro gedruckter Schwarzweiß-Seite. Ein Wert, der mehr als zufriedenstellend ist: Laserdrucker können da nicht mithalten, selbst wenn extrem hochleistungsfähige Geräte mittlerweile fast ähnliche Ergebnisse erzielen.

Greifen wir bewusst nicht zu den XXL-Packs, sondern arbeiten mit den regulären Tintenpatronen des Herstellers, so kommen wir immer noch auf 2 Cent pro Seite in Schwarzweiß und 6 Cent in Farbe. Auch das sind Kosten, die sich im Rahmen halten.

Anschaffungskosten gesunken: Nie war er günstiger als heute

Der HP Officejet Pro X476dw ist zwar teurer als klassische Officejets in vergleichbarer Ausstattung, aber immer noch deutlich billiger als ein Laserdrucker. Dazu kommt: Lag das Gerät bei seiner Markeinführung 2013 noch bei einem stattlichen Verkaufspreis von circa 600 €, so ist er jetzt schon für rund 400 € zu haben – die übliche Ersparnis also nach 2 bis 3 Jahren, die jetzt positiv in die Kostenrechnung einfließt. Denn ähnlich wie beim Smartphone gilt: Wenn es nicht das brandneue Modell sein muss, lassen sich schnell über 100 Euro in der Anschaffung einsparen. Wenn ein Gerät so kostengünstig arbeitet wie der Officejet Pro X476dw, lohnt sich das.

Der Duplex-Scan ist super – solange kein Stau entsteht

Ein weiteres Top-Verkaufsargument des Herstellers ist die doppelseitige Scan-Funktion.  Die funktioniert zwar tadellos; auch hier legt der Drucker ein beachtliches Tempo vor. Doch obwohl wir auch mit der Scanqualität insgesamt zufrieden sind, müssen wir unsere Bewertung nach mehrmaligen Durchläufen ein wenig nach unten korrigieren: Es gibt nämlich nur eine Scan-Fläche, weshalb das Papier direkt im Drucker gedreht wird. Dieser Wendemechanismus kann schnell zu einem Papierstau im Gerät führen, und der ist gar nicht so leicht zu beheben. Für Nutzer, die regelmäßig viel scannen müssen, kann das auf jeden Fall zum Ärgernis werden.

Die Konnektivität: Alles da, was drin sein muss

Der HP Officejet Pro X476dw hat alles, was ein ordentliches Multifunktionsgerät haben sollte: LAN- und WLAN-Konnektivität machen ihn problemlos als Netzwerkdrucker einsetzbar, ebenso wie seine übrigen Anschlüsse und Ausstattungsmerkmale – zum Beispiel Scan-to-Email und die Möglichkeit, direkt in einen Ordner zu scannen. Apple AirPrint und HP ePrint für das schnelle Drucken übers Smartphone sind natürlich gut zu haben, gehören heute bei den HP Office-Geräten aber schon fast zum Standard.

Papierfach und Lautstärke unter der Lupe

Beim Papierhandling des Multifunktionsgeräts ist uns sein Vorteil nach kurzer Zeit klar: Es gibt eine große Papierkassette von üppigen 500 Blatt. Der Nachteil: Es gibt eben nur eine! Bei dem Drucktempo hätte man ruhig eine zweite spendieren können. Allerdings ist die zweite 500-Blatt-Kassette optional erhältlich, so dass wir schließlich auf eine 1000-Blatt-Kapazität kommen ­– ganz schön viel für einen Tintenstrahler.

In Sachen Lautstärke sind uns einig: Dieser Drucker ist keinesfalls leise. Und wenn er richtig in Fahrt ist, wünscht man sich glatt in den Laserdrucker-Flüstermodus ... Sein Soundtrack beim Drucken ist allerdings nachvollziehbar: Bei 55 Seiten pro Minute darf ein bisschen Radau schon drin sein.

 

Unser Fazit:

Wer den HP OfficeJet Pro X476dw anschafft, wird kostengünstig arbeiten – allein der Seitenpreis spricht für sich. Seine Geschwindigkeit auch: Kein Laserdrucker kommt an dieses Tempo heran. Schon deshalb ist der Officejet für kleine oder mittlere Unternehmen, die viel drucken, eine kluge Investition. Unseren Minuspunkt vergeben wir diesmal nur für die Scan-Handhabung.

Prindo - für mehr Ausdruck