Alles im Griff: Chips, Caps & Wearables in Unternehmen.

Wer sich wohlfühlt, ist im Büro produktiver: Clevere Technologien sollen deshalb helfen, unsere Leistungsfähigkeit zu optimieren. Doch wo sind die Grenzen?


Wearables & Co. sind seit Jahren auf dem Siegeszug. Viele der vernetzten Accessoires dienen in erster Linie der Fitness und Gesundheit: Fitness-Armbänder und Smartwatch sorgen für mehr Kontrolle über Daten wie z. B. Blutdruck, zurückgelegte Kilometer und Kalorienverbrauch. Die Fitness-Tracker erfassen und synchronisieren Daten mithilfe von Apps auf dem Smartphone, viele bieten dem Nutzer auch die Möglichkeit, auch Nachrichten und Mails über das Fitness-Band zu checken.

Nah dran an Kunden und Mitarbeitern.

Mittlerweile werden Fitness-Tracker und andere Wearables auch von großen Unternehmen nutzbringend eingesetzt, und das hat durchaus gute Gründe: Wer nah am Menschen dran ist, kann schließlich nicht nur Kundenwünsche besser tracken und auswerten, sondern sich auch stärker auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter einlassen. Der Verknüpfung ursprünglich getrennter Geräte, dem sogenannte „Device-Mesh“ (Gartner), kommt dabei eine Schlüsselrolle zu.

Wearables für Mitarbeiter

Für die Erkenntnis, dass gesündere Mitarbeiter auch glücklichere und damit produktivere Mitarbeiter sind, hätte es keiner Untersuchungen bedurft. Schließlich kennt das fast jeder aus eigener Erfahrung. Trotzdem haben die entsprechenden Studien Unternehmen sicherlich darin bestärkt, ein Aktivitätstracking durch Wearables in ihr firmeneigenes Fitnessprogramm zu integrieren: Mehrere der 100 größten Unternehmen der Welt sind dazu übergegangen, Fitness-Armbänder für Mitarbeiter anzubieten. Allein das Tragen dieser Wearables, heißt es, soll die Sensibilität gegenüber dem eigenen Körper steigern und zu mehr Bewegung motivieren.

Wearables für mehr Wohlbefinden ...

BP zum Beispiel verteilte im vergangenen Jahr 25.000 Fitbit Fitness-Armbänder, die Herzfrequenz, Schrittzahl und Schlafverhalten messen.  Ein freiwilliges Programm: Als Belohnung für gute Werte gibt es einen Beitragsrabatt bei der Betriebskrankenkasse. (1)

... und mehr Effizienz.

Dass ein Unternehmen dabei nicht nur die Gesundheit der Mitarbeiter im Blick hat, versteht sich von selbst. Es geht nicht zuletzt um langfristige Kostensenkungen, mehr Effizienz und höheres Engagement. Unumstritten ist der Gebrauch der Geräte jedoch nicht: Schließlich werden hochsensible gesundheitliche Daten auf Servern rund um die Welt gespeichert. Dass die Beteiligten das heute relativ gelassen in Kauf nehmen, ist vielleicht der Gewohnheit zuzuschreiben; immerhin vertrauen wir Facebook auch wesentlich intimere Daten bedenkenlos an.

Wearable Cap: mehr Sicherheit am Arbeitsplatz.

Als interessant für Unternehmen in Hochrisiko-Umgebungen (z. B. der Bergbau oder Öl- und Gasförderung) hat sich ein Wearable-Produkt namens SmartCap erwiesen: Die Kappe erkennt, ob der Träger erschöpft ist oder zum Beispiel ein Sekundenschlaf droht. Möglich wird das durch einen Sensor in der SmartCap, der die Gehirnwellen misst. Für Branchen, in denen Stress und lange Arbeitszeiten immer wieder zu Unfällen führen, kann so eine Kopfbedeckung ein kostengünstiger Weg sein, Risiken für Betrieb und Mitarbeiter zu minimieren.

Im Körper statt am Körper: Chip inside!

Auch Magnetstreifenkarten, die heute Aufgaben wie Zugriffskontrolle, Identifikation, Bezahlvorgänge und Zeiterfassung übernehmen, sind auf ihre Art Wearables –multifunktionale Tools für alle möglichen personalisierten Vorgänge. Effizient ist das allemal. Schwieriger wird es, wenn man es macht wie das schwedische StartUp Epicenter: Das Unternehmen bietet seinen Mitarbeitern die Injektion eines Microchips an, der die Funktion der Schlüsselkarte übernimmt.

Ist das winzige Teil einmal implantiert, lassen sich per Wischbewegung der Hand zum Beispiel Türen öffnen, Cappuchino und Sandwich bezahlen und technische Geräte wie Drucker steuern. Technologische Grundlage ist die NFC-Technologie (Near Field Communication), die wir schon länger von kontaktlosen Bezahlsystemen kennen. Dabei senden die Implantate Informationen, können selbst aber keine aufnehmen.

Smarte Idee oder Risiko?

Nicht alle sehen diese Entwicklung unkritisch: Was passiert, fragen Skeptiker, wenn Hacker die Chips anzapfen? Schließlich werden hier keine rein arbeitsrelevanten Daten gespeichert, sondern auch sehr persönliche – Gesundheitsdaten, Standorte oder Gewohnheiten. Zum Beispiel, was der Mitarbeiter isst und trinkt, wie lange er in die Rauchpause oder zur Toilette geht.

Wo beginnt die Kontrolle?

Auch in einem Artikel der ZEIT1 wurde im vergangenen Jahr geschildert, wie Unternehmen über Wearables Daten von Mitarbeitern sammeln: So konnte zum Beispiel die Warenhauskette Tesco ermitteln, wie lange die Angestellten arbeiteten und ob die Aufträge in der vorgegebenen Zeit abgearbeitet werden konnten. Eine New Yorker Firma dagegen informierte sich über das Stresslevel ihrer Mitarbeiter mithilfe eines Gurts. Dieser war in der Lage, über einen Sensor Parameter wie Herzschlag und Körpertemperatur zu messen.

Mit Wearables tragen wir auch Verantwortung.

In besagtem Artikel stellt der Autor fest: „Das Perfide an der Technik ist, dass schon der Gedanke an die Überwachung genügt, um sich selbst zu reglementieren.“ Damit beleuchtet er die eine Seite der Medaille. Auf der anderen Seite führt natürlich genau dieser Mechanismus dazu, dass wir uns zu einer Joggingrunde aufraffen, obwohl wir eigentlich gar keine Lust haben. Oder uns selbst sportliche oder betriebliche Ziele setzen, die eher anspornen als stressen. Oder aufhören, bevor es gefährlich wird. Wearables selbst sind nicht das Problem: Vielmehr kommt es darauf an, wer was draus macht – und vielleicht auch, wie genau wir hinschauen wollen.

 

1   http://www.zeit.de/2016/21/ueberwachung-unternehmen-mitarbeiter-datenschutz

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