Unheimlich intelligent: Dieses Bürogebäude weiß (fast) alles.

The Edge in Amsterdam gilt als der nachhaltigste Bürobau der Welt. Zur echten Innovation macht ihn aber nicht seine erstaunliche Energiebilanz, sondern eine einzigartige Vernetzung von Mensch und Gebäude.

Seit Fertigstellung 2015 sammelt The Edge Superlative. Die Erbauer selbst bezeichnen es als „nachhaltigstes Bürogebäude der Welt“, der Nachrichtendienst Bloomberg kürte es gar zum „Smartest Building in the World“. Von der BREEAM, einem globalen Zertifizierer für Umweltstandards in Gebäuden, wurde es sogar mit 98,6 Prozent bewertet – die höchste Bewertung, die man dort je vergeben hat. Das Besondere an The Edge ist dabei eine Kombination innovativster Öko-Merkmale mit einem App-gesteuerten Vernetzungssystem.

Ein Büro, das mehr Energie produziert als es verbraucht

Seit OVG Real Estate das Gebäude für die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte errichtete, zieht es immer wieder Besuchergruppen an. Viele davon kommen aus dem Architektur- und Immobilienbereich. Kein Wunder: Das 40.000 Quadratmeter große, 15-stöckige Bürogebäude ist so durchdacht konzipiert, dass es mehr Energie produziert als die Angestellten verbrauchen können.

Sonnenpaneele versorgen Smartphones und Laptops mit Energie

Die Stromversorgung ist über Solarzellen geregelt, die sich über das Dach und die gläserne Südfassade verteilen. Eine spezielle Flüssigkeit zwischen den Glasscheiben wandelt die Sonnenenergie in Strom um. Und der reicht aus, um nicht nur Smartphones und Laptops, sondern auch die Elektrofahrzeuge in der Tiefgarage zu versorgen.

Wasserspeicher in 130 Metern Tiefe

Geheizt und gekühlt wird The Edge über einen thermischen Speicher, der sich 130 Meter unter dem Gebäude befindet. Zwei Grundwasser-Wärmespeicher-Pumpen befördern kaltes und warmes Wasser, beide werden über selbst produzierte Sonnenenergie betrieben. Zur Bewässerung der Pflanzen und für die Toilettenspülung wird Regenwasser gesammelt.

Eine App steuert Licht und Temperatur

Ziel der Architekten war es aber auch, jenseits der klassischen ganz neue Methoden des Energiesparens zu entwickeln. Dafür arbeiteten OVG und Deloitte mit dem Elektronikkonzern Philips zusammen: Das Ergebnis ist ein System, das über Sensoren mit der App der Mitarbeiter kommuniziert. 6000 Leuchten und 28.000 daran gekoppelte Sensoren wurden installiert. Sie erfassen Bewegung, Licht- und Temperaturwerte. Via App können die Mitarbeiter die Werte steuern – und so mit jedem Schritt Energie sparen. Nicht nur hier ist die App das verbindende Element zwischen Mensch und Gebäude.

Gesammelte Daten optimieren die Planung

Über die App-Steuerung weiß das System jederzeit, wo sich welcher Mitarbeiter wann befindet. Die so gewonnenen Daten ermöglichen es dem Verwalter der Immobilie natürlich, bestimmte Muster abzuleiten: So kann zum Beispiel genauer bestimmt werden, wie welche Räume ausgenutzt werden und wann sie gereinigt werden müssen. Auch das spart Geld. Im Umkehrschluss bedeutet das aber auch maximale Transparenz, denn die Aktivitäten der Mitarbeiter lassen sich über den ganzen Tag hinweg minutiös nachverfolgen.

App in den Arbeitsalltag

Überhaupt hinterlässt der Beschäftigte bei The Edge von Tagesbeginn an seine digitalen Spuren im System. Das beginnt schon bei der automatischen Erfassung seines Autokennzeichens, sobald er die Tiefgarage einfährt. Danach sucht seine App ihm einen freien Arbeitsplatz, denn feste Schreibtische gibt es nicht – ein Prinzip, das „Hotdesking“ genannt wird. Als Workspaces können je nach Bedarf auch Stehpulte, kuschelige Sitzecken oder stylische Meetingräume gewählt werden.

Milch oder Zucker? Die App weiß Bescheid

Die App informiert den Arbeitnehmer aber auch darüber, wo sich Kollegen befinden, zeichnet seinen Aufenthalt im unternehmenseigenen Fitnessraum auf und erinnert ihn daran, wie er seinen Kaffee am liebsten trinkt. Sie registriert Aktivitäten, Gewohnheiten und Vorlieben und richtet sich auf die persönlichen Bedürfnisse ihres Nutzers aus. Eine Fürsorge, die auch vor dem Feierabend nicht halt macht: Was man sich tagsüber via App zum Abendessen zusammenstellt, wird umgehend über ein Spezialitätengeschäft geliefert – eine der vielen Produktpartnerschaften und Kooperationen der Betreiber.

Smart oder überwacht – hier scheiden sich die Geister

Bei so manchem hinterlässt diese Form der lückenlosen Vernetzung einen schalen Beigeschmack von Überwachung und Kontrolle. Interessant ist, dass in dieser Sache starke Unterschiede in der Haltung der Befragten festzustellen sind1.  Während viele Menschen über 35 die Sache kritisch sahen, hatten die Jüngeren mehrheitlich kein Problem mit der Erfassung ihrer Daten. Hier spielt sicherlich die Gewohnheit eine Rolle: Wer sozialen Medien täglich eine Vielzahl von privaten Daten zugänglich macht, hat vielleicht auch in diesem Fall keine Probleme damit, für den Arbeitgeber transparenter zu werden als üblich.

Wem gehören meine Daten?

Um einzelne Systeme zu optimieren und neue Geschäftsmodelle zu entwickeln, werden die Daten ausgewertet, vermutlich sogar anonym. Dennoch steht das Rechtssystem noch in vielen Bereichen am Anfang: Wem all die so erfassten Daten gehören und wie damit arbeitsrechtlich umgegangen wird, ist lange nicht lückenlos geregelt. Ein Thema, das selbst dem Marketing der OVG RealEstate unter den Nägeln brennt.2 Ob The Edge auch in Sachen Datensicherheit zum Vorzeigemodell werden kann, bleibt abzuwarten.

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1. Frankfurter Allgemeine Zeitung Archiv, Nr. 234, S. I1: „Das Öko-Gebäude mit dem großen Auge“ vom 13.11.2015. Autor: Klaus Max Smolka

2. vgl.  https://www.immobilienmanager.de/das-nachhaltigste-buerogebaeude-der-welt/150/44610/

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