Teamplayer oder Solokünster? Was passieren muss, wenn Teamwork für alle funktionieren soll.

Teamwork gehört heute ins Büro wie der Smoothie ins Kühlregal. Aber wieviel bringt es wirklich? Wir zeigen, was das Arbeiten und Diskutieren in der Gruppe effizienter macht und was Collaboration Tools leisten können.

 

Arbeitsvermeidung durch Gruppenarbeit – das begann schon damals in der Schule: Ein, zwei Leute taten, was getan werden musste, der Rest hängte sich dran und ließ arbeiten. Diskussionen zogen sich unendlich in die Länge, und das Ergebnis fiel im Verhältnis zur investierten Zeit erstaunlich mager aus.

Heute ist das Stichwort Teamwork in aller Munde, wenn es ums kollaborative Arbeiten im Büro geht: Lösungen werden gemeinsam erarbeitet oder gar nicht, und die Meeting-Kultur smarter Unternehmen und Startups trägt gern dazu bei. Teamwork, fand ZEIT-Autor Harald Martenstein schon 2008, ist „der Mythos des 21. Jahrhunderts.“, aber nicht unbedingt die Keimzelle innovativer Ideen.¹ Zusammenarbeit in Büro und Unternehmen ist dennoch unvermeidlich. Wenn sie gelingen soll, ist sie allerdings auch ein hartes Stück Arbeit für alle.  

Definiere Teamwork: Brainstorming, Bälle zuwerfen, zusammen spinnen.

Teamwork, das muss klar sein, heißt natürlich nicht, dass jeder einen klar definierten Teil einer Arbeit übernimmt und man sich später über die Ergebnisse austauscht. Stattdessen geht es darum, zusammen etwas Neues zu erarbeiten, Lösungswege zu diskutieren und – härteste Aufgabe von allen – gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Im Idealfall persönlich, sonst auch über Videokonferenzen und Tools wie Skype und Google Hangout.

Collaboration Tools erledigen die Verwaltung, nicht die Zusammenarbeit.

Nun lässt sich natürlich einwenden, dass die Teamwork-Funktionen von Tools wie Basecamp, Podio, Wunderlist oder Asana die Zusammenarbeit wesentlich erleichtern: Beim kollaborativen Mindmapping halten die Teammitglieder eigene Ideen auf der Mindmap fest. Aufgaben können über das Projektmanagement und die Ressourcenplanung  verteilt werden. Und Kommunikationslösungen von Filesharing bis Instant Messaging stellen sicher, dass alle auf dem gleichen Stand sind. Alles hilfreiche Funktionen – aber dennoch Funktionen, die das gemeinsame Arbeiten nicht ersetzen, sondern die Organisation erleichtern, Einzelleistungen verwalten und zusammenführen. Das Teamwork selbst muss eben doch im Team erledigt werden.

Und wer macht das jetzt? Verantwortung übernehmen.

Schon in Schule und Uni war das Thema Verantwortung das größte Problem: Es müssen nämlich nicht nur einzelne Arbeitsbereiche zugeteilt werden, sondern auch Verantwortlichkeiten. Vor allem gibt es darüber hinaus so etwas wie eine Gesamtverantwortung fürs Projekt – und aus der sollte sich keiner davonstehlen können. In einem guten Team fühlt sich jeder Einzelne für den Gesamterfolg verantwortlich und trägt so dazu bei, dass alle motiviert und zielgerichtet arbeiten. Loyalität ist das Zauberwort! Sätze wie „Damit habe ich nichts zu tun“ gehören nicht in ein funktionierendes Team, egal ob im Büro oder an der Uni.

Wer macht was? Rollen verteilen, aber richtig.

Am besten arbeitet ein Team, wenn sich die Mitglieder in ihren Fähigkeiten ergänzen und ihre Kompetenzen wie einzelne Räder im Getriebe ineinandergreifen. Die Teamzusammenstellung und die Aufgabenverteilung verdienen deshalb höchste Aufmerksamkeit. Interessant wird es aber auch dann, wenn die Einzelnen neue Bereiche für sich entdecken und – jenseits ihres Stellenprofils – über sich hinauswachsen können. Rollen anders zu besetzen als gewohnt kann für den Erfolg eines Projekts durchaus vielversprechend sein.

Über Selbstdarsteller, Rechthaber und Bedenkenträger.

Wer am meisten redet, ist nicht unbedingt der Kompetenteste, das war schon in der Schule so. Manch einer nutzt jede Chance, sich selbst perfekt zu präsentieren, andere müssen bei jeder Gelegenheit mögliche Hindernisse und Bedenken anmelden. Die Folge: Introvertiertere Team-Mitglieder verfallen häufig in Schweigen, auch wenn sie viel Wichtiges zur Diskussion beizutragen hätten. Der konstruktive Austausch bleibt auf der Strecke.

Klar, dass diese Mechanismen unter Erwachsenen vermieden werden sollten. Stattdessen gilt es zuzuhören, ausreden und jeden zu Wort kommen zu lassen. In einem  guten Team sollte keiner Hemmungen haben, sich zu äußern: Was so banal klingt, ist erfahrungsgemäß ein Riesenthema in Arbeitsgruppen. Gleichberechtigte und ehrliche Kommunikation aber kann die Arbeitsatmosphäre von Anfang an positiv prägen – ein Grund mehr, rechtzeitig darauf zu achten. Den Teamlead bei langfristigen Projekten rotieren zu lassen, ist dabei ein bewährtes Mittel für ein ausgewogeneres Miteinander.

Der kleinste gemeinsame Nenner ist nicht unbedingt der größte Wurf.

Ob die Teamarbeit Innovation und Kreativität fördert, ist eine andere Frage. Martenstein schrieb dazu: „Neue Ideen klingen immer seltsam oder sogar verboten, es erfordert Mut, sie beim ersten Mal auch nur zu denken. Die Gruppe übt aber eine nivellierende Wirkung aus, ein Ergebnis, auf das eine ganze Gruppe sich einigen kann, wird immer Mainstream sein.“¹

Stimmt, große Dinge wurden noch nie im Team erfunden. Was nicht heißt, dass man sich im Zweifelsfalle fürs Mittelmaß entscheiden muss: Auch hier hilft Aufmerksamkeit gegenüber Andersdenkenden. Unterschiedliche Perspektiven zuzulassen, ungewöhnliche Ideen nicht sofort auszusortieren, immer wieder über den Tellerrand zu blicken – all das kann helfen, neue Wege zu beschreiten. Warum nicht mal die üblichen Tools weglassen? Fachfremde Sichtweisen einbeziehen? Das macht nicht nur Spaß, sondern fordert auch den Kopf nochmal ganz anders heraus.

Benehmt euch! Soft Skills sind unerlässlich.

Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit: Auch diese Tugenden haben eine lange Tradition, sind aber in Sachen Teamwork brandaktuell. Erinnern wir uns nur mal an diejenigen in der Schule, die ihren Beitrag immer zu spät ablieferten und damit das ganze Projekt in Gefahr brachten! Erfreulicherweise machen es einem heute die digitalen Collaboration Tools zunehmend schwerer, sich aus der Affäre zu ziehen.

Skills wie Respekt, Kompromissbereitschaft und Konfliktfähigkeit dagegen zahlen auf den gesamten Teamgeist ein und sorgen nachhaltig für Motivation – oder auch für das blitzschnelle Nachlassen derselben. Besonders wichtig: Konflikte sollten nicht einfach durch Überstimmen aus dem Weg geräumt, sondern im Team aufgelöst werden. Das ist zwar manchmal mühsam, hält aber das Team zusammen wie kaum etwas sonst.

Andere auf dem Laufenden halten – aber bitte nicht nonstop.

Für den lückenlosen Informationsfluss – noch vor 10, 20 Jahren ein immenses Problem der Gruppenarbeit – ist heute definitiv gesorgt: Regelmäßige Updates über das jeweilige Projektmanagement-Programm oder auch nur über die WhatsApp-Gruppe des Teams machens möglich. Selbst Teams, die über verschiedene Standorte verteilt sind, können sich problemlos auf dem Laufenden halten. Allerdings artet das ständige Updaten auch leicht ins Gegenteil aus: Wer im halbstündigen Rhythmus Updates per WhatsApp erhält und sendet, verliert schnell mal den Überblick. Und klinkt sich irgendwann gedanklich aus der Kommunikation aus – was für das Projekt nicht gerade förderlich ist. Besser ist es, Informationen zu bündeln und gezielt nach Relevanz zu sortieren.

Teamwork ist Übungssache!

Nahezu jeder wird sich heute als guten Teamplayer bezeichnen, schließlich steht diese Kernkompetenz selbstverständlich bei jeder Stellenausschreibung auf der Liste. Dass Teamfähigkeit nicht ganz so selbstverständlich ist, merken wir spätestens dann, wenn tatsächlich im Team gearbeitet werden muss: Erstens, weil Teamwork nicht das eigene Engagement ersetzt – im Gegenteil. Und zweitens, weil hier soziale Fähigkeiten gefordert sind, die mancher erst mühsam wieder aktivieren muss, trotz aller multifunktionalen Collaboration Tools. Die gute Nachricht: Wenns klappt mit dem Teamwork, kann sich das richtig gut anfühlen! Und irgendwann darf man dann auch wieder ganz für sich arbeiten – garantiert.

 

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