Sharing Economy: Wer teilt, gewinnt.

Teilen tut nicht weh, im Gegenteil: Unternehmen haben die Sharing Economy längst für sich entdeckt und punkten im Büro mit smarten und Ressourcen schonenden Angeboten.


Wer wachsen will, setzt aufs Teilen. Das kennen wir eigentlich schon aus dem Biologieunterricht, als die Zellteilung dran war. Nur dass es beim Sharing Economy-Boom nicht darum geht, sich durchs Teilen unendlich zu vergrößern, sondern darum, Kosten und Ressourcen zu sparen. Beziehungsweise bestehende Ressourcen so auszuschöpfen, dass möglichst viele davon profitieren.

Teilen ist Trend, nicht nur im Privaten.

Produkte wie Autos, Wohnraum oder Kleidung nicht für immer anzuschaffen, sondern sie bei Bedarf auszuleihen und zu nutzen, das ist die ursprüngliche Idee der Sharing Economy (oder auch „Share Economy“). Ein Trend, der von den Großstädten mittlerweile in alle Winkel der Republik gedrungen ist: Carsharing, Kleiderkreisel, Wissen teilen im WorldWideWeb – es gibt eigentlich kaum etwas, was nicht geteilt werden könnte.

Nicht zuletzt deshalb haben Sharing-Anbieter heute auch für Unternehmen viel im Programm. Mobilitätskonzepte sind dabei besonders präsent: Firmen, die sich teure Dienstwagen sparen wollen, nutzen die speziellen Konditionen von Carsharing-Anbietern wie Car2Go oder DriveNow oder setzen auf Startups wie moovel und nextbike. Größtes Plus: Sie stellen sich deutlich schlanker und flexibler auf und können als Firma oft besonders günstige Angebote einholen.

Räume, Verkehrsmittel und Arbeitskräfte optimal nutzen.

Ähnlich pragmatisch sieht es aus bei der gemeinschaftlichen Nutzung von Konferenz- und Veranstaltungsräumen: In großen Städten wird das von unterschiedlichen Plattformen angeboten. Firmen zahlen für die Ressourcen nur dann, wenn sie sie wirklich nutzen. Im Coworking wird dieses Prinzip zum Geschäftsmodell: Wer sich einmal vertraglich verpflichtet hat, kann Schreibtischplätze monats-, wochen- oder sogar tageweise mieten, Unternehmer teilen sich Mitarbeiter und Ausstattung.

Ideen teilen, Mitstreiter gewinnen.

Auch im Finanzsektor wird mit Portalen oder speziellen Apps das Thema Teilen bespielt. Populärstes Beispiel sind Crowdfunding-Plattformen: Privatpersonen sammeln auf digitalem Wege Geld für Geschäftsideen oder gemeinnützige Zwecke. Mit Erfolg: Manch ein Startup konnte nur durch das öffentliche Teilen seiner Idee das nötige Gründungskapital zusammenbekommen.

Wir teilen uns den Server: Cloud Computing im Unternehmen.

Im IT-Bereich war die Idee der Sharing Economy schon vor dem großen Boom aktuell. Umfangreiche Datenmengen über die Cloud eines Anbieters zu speichern und zu bearbeiten wurde irgendwann zur Notwendigkeit, sobald die eigenen Speicherkapazitäten erschöpft waren: In der Cloud konnte man sich Speicherplatz ganz einfach teilen.

Cloud-Lösungen werden heute vor allem im privaten Bereich und bei praktischen Belangen wie der Druckertintenbestellung problemlos genutzt. Geht es jedoch um hochsensible Daten, so fragen sich heute viele Unternehmen, wie sicher die auf fremden Servern sind. Einige Anbieter setzen daher bereits auf eine hybride Cloud-Lösung, bei der die Kundendaten fragmentiert und verschlüsselt auf unterschiedliche Server verteilt werden. Dabei werden sowohl die kundeninternen Server als auch die des Anbieters genutzt.

Keine neue Idee: Sharing gab es schon immer.

Das Teilen an sich ist nicht neu. Gerade Firmen teilen sich aus rein ökonomischen Gründen so einiges – ob Kantine, Parkplatz oder IT. Auch privates Sharing gibt es schon lange, es war nur nie so richtig trendy: Büchereien sind das beste Beispiel für eine nicht profitorientierte und überaus erfolgreiche Spielart der Sharing Economy. Und nicht zuletzt war es in den 60ern sogar mal Trend, sich flexibel die Partner zu teilen ... Apropos: Gehen wir noch ein Stück weiter zurück, so stoßen wir auf das Bett, das sich die Fabrikarbeiter zu Zeiten der industriellen Revolution teilten. Man schlief schichtweise, einer nachts, einer tagsüber, je nach Arbeitszeiten. Dahinter stand keine Ideologie, sondern eine ökonomische Notwendigkeit.

Das Internet machte die Ökonomie des Teilens zukunftsfähig.

Wer früher eine Mitfahrgelegenheit suchte, inserierte in der Zeitung, platzierte sein Gesuch am Schwarzen Brett oder ging zur Mitfahrzentrale. Heute reicht eine App, um den Deal perfekt zu machen – schnell, unkompliziert und exakt den eigenen Wünschen entsprechend. Genau das hat die Ökonomie des Teilens so rasant gesellschaftsfähig gemacht: Der Koordinationsaufwand schrumpft im Internet auf ein Minimum zusammen. Denn die Idee der Sharing Economy, Menschen mit gleichen Interessen in virtuellen Räumen zusammenzubringen, ist eine zutiefst digitale.

Teilen kann vieles heißen.

Unter dem Begriff Sharing wird heute manches in einen Topf geworfen, was eigentlich differenziert werden müsste. Ursprünglich boten beim Sharing Privatleute ihren Besitz oder ihre Dienstleistungen zur gemeinsamen Nutzung an. Viele in erster Linie nichtkommerzielle Konzepte – z. B. foodsharing.de oder drivy.de – funktionieren nach diesem Prinzip. Dabei geht es um „Teilen statt Haben“, während mit der kommerzielleren Variante, bei der auch Unternehmen angesprochen werden, das Prinzip „Mieten statt Besitzen“ im Vordergrund steht.

Idealisten ...

Weniger besitzen und wegwerfen, dafür besser und nachhaltiger leben: Der „Share Economy Lifestyle“ ist aus einer Überflussgesellschaft erwachsen, die erkannt hat, dass mehr Konsum und Gütererwerb nicht unbedingt zu mehr Lebenszufriedenheit führt. Der Wunsch nach Überschaubarkeit in einer hochkomplexen Wirtschaftsordnung ist nachvollziehbar: Alles soll wieder weniger kompliziert werden, Angebot und Nachfrage zusammenzubringen wird plötzlich ganz einfach. Zugleich rückt man näher zusammen – nicht umsonst heißt es „Sharing is Caring“, Teilen als wechselseitige Hilfe.

... oder Geiz-ist-Geil-Nachfolger?

Auf der anderen Seite ist da auch einfach das Bedürfnis, weniger Geld auszugeben, effizienter zu wirtschaften, nicht genutzte Ressourcen zu monetarisieren. Dies mit ökologisch-idealistischen Motiven zusammenzubringen muss nicht falsch sein. Warum auch? Schließlich gehört es zu den Grundideen vieler Sharing Economy Startups, nachhaltige Ideen zugänglich und gleichzeitig profitabel zu machen.

Auch die Sharing Economy kann kapitalistische Züge entwickeln.

Kritische Stimmen gibt es auch hier. Denn obgleich die Angebote der Sharing Economy den Wettbewerb ankurbeln, befürchten manche auch – z. B. im Bereich Mobilität – einen gnadenlosen Preiskampf: Klassisch aufgestellte Unternehmen sorgen sich um ihre Konkurrenzfähigkeit.

Nicht zuletzt entwickelt sich auch nicht jede Sharing-Idee als umweltfreundliche Alternative. So berichtete die FAZ im vergangenen Jahr über einen scheinbar paradoxen Effekt: Durch den Markteintritt von Uber in den Taximarkt konnten sich plötzlich viel mehr Menschen ein Taxi leisten. In der Folge stieg die Anzahl der Taxifahrten deutlich, dafür wurde weniger auf den öffentlichen Nahverkehr ausgewichen. Im Klartext: Mehr Umweltbelastung statt nachhaltiger Mobilität.

Ein bisschen Sharing steht jedem Unternehmen.

Klar ist aber auch, dass Unternehmen, die Sharing Economy-Angebote nutzen, definitiv Pluspunkte sammeln. Sie zeigen nicht nur Nachhaltigkeits- und Umweltbewusstsein, sondern können Bewerbern auch Extras bieten, die ohne die Vorteile der Ökonomie des Teilens nicht möglich wären. Gerade für kleinere und mittelständische Unternehmen ist das eine Chance, sich ohne massiven finanziellen Aufwand flexibel, handlungs- und zukunftsfähig aufzustellen.

Der Ausblick: Gleiche Bedingungen für alle?

Sicher ist: Dieser Bereich ist in unserer Wirtschaft immer noch nicht ganz zuzuordnen, es fehlen eindeutige Richtlinien. Ideen zur Regulierung dieser Grauzonen täten jedoch Not, wenn etablierte Wirtschaftsunternehmen gegenüber den Sharing Economy Startups nicht benachteiligt werden sollen. So stellt die FAZ klar: „Es gibt kein logisches Argument für die ungleiche Behandlung von Unternehmen der Ökonomie des Teilens und der Standardökonomie.“* Hier wird in Zukunft sicherlich noch einiges passieren. Bis dahin tauschen, teilen und sparen wir einfach weiter.

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