Prothesen aus dem 3D-Drucker – Hilfe zur Selbsthilfe


Kriege zerstören. Sie zerstören die Infrastruktur eines Lands, die Wirtschaft, sie hinterlassen Tote, verletzte und verzweifelte Menschen. So auch während des Bürgerkriegs zwischen der mehrheitlich schwarzafrikanischen Bevölkerung des Südsudans und der arabisch dominierten Zentralmacht in der Hauptstadt Khartoum. Im Verlauf dieses Kriegs ließen vermutlich zweieinhalb Millionen Menschen ihr Leben – tausende Opfer verloren Gliedmaßen wie Hände, Arme und Füße. So auch der damals 14-Jährige Sudanese Daniel Omar.

Hilfe zur Selbsthilfe

Im April 2012 berichtete das Magazin „Time“ vom Schicksal des Jungen, der durch eine Bombe beide Arme verlor. Nun war er von der Hilfe seiner Familie abhängig, konnte sich weder selbst waschen noch eigenständig essen. Der Chef der Not Impossible Labs, Mick Elbing, hörte von dieser Geschichte und wollte helfen – das „Project Daniel“ war geboren. Die Firma verfolgt seit vielen Jahren das Ziel, kostengünstige und einfache Lösungen für medizinische Probleme zu entwickeln. Elbing reiste in das Land und begann, mit einem 3D-Drucker funktionale und günstige Prothesen für Kriegsopfer zu erstellen. Das Projekt wurde zum vollen Erfolg. Omar kann mit seinen Prothesen wieder ohne Hilfe seine täglichen Aufgaben meistern. Doch nicht nur das: Mick Elbing gab sein Equipment und Wissen an die Bevölkerung weiter und –obwohl nach wie vor Krieg in dieser Region herrscht – wird pro Woche ein neuer Arm „gedruckt“. Ein bemerkenswertes Projekt!

Das Roboleg

Die Prothesen des Not Impossible Labs kosten pro Stück rund 100 Dollar und sind innerhalb von sechs Stunden hergestellt – kostengünstig, schnell, robust und zielführend also. Doch auch andere Forscher arbeiten an der Entwicklung von Prothesen aus dem 3D-Drucker. Teppichleger Richard Van As und Special-Effects-Spezialist Ivan Owen haben neben ihrer prothetischen Hand „Robohand“ nun auch ein Bein entwickelt – das sogenannte „Roboleg“. Die einzelnen Teile stammen größtenteils aus dem 3D-Drucker, ein Metalleinsatz gibt der Prothese ihre Stabilität. Die Besonderheit bei dieser Beinprothese liegt darin, dass sie auf einen Pneumatikbetrieb ausgelegt ist. Eine spannende Entwicklung, die sicher in Zukunft eine Alternative zu den herkömmlichen, in der Regel teuren, Beinprothesen bieten kann.

Beine und Arme aus dem 3D-Drucker

Mit dem 3D-Drucker konnten bereits viele verschiedene Prothesen entwickelt werden. Die Zielgruppen und Kosten mögen enorm divergieren, doch das Ziel ist immer das gleiche: Menschen das Leben dauerhaft erleichtern.

Foto: Composer – Fotolia.com

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