Grauzone oder rotes Tuch? Browsergames am Arbeitsplatz.

Ein bisschen Entspannung zwischendurch, ein wenig daddeln, wenn mal Leerlauf ist: Browsergames am Arbeitsplatz sorgen bei vielen für den zusätzlichen Wohlfühlfaktor im Büro. Dabei bewegen sie sich keineswegs auf sicherem Terrain.

„Was riskiere ich eigentlich?“ Wenn plötzlich Verunsicherung aufkommt, obwohl es bisher kein Problem zu sein schien, den Büroalltag mit „Battlefield 2“ oder „Fear Combat“ aufzuwerten, steht häufig ein konkreter Auslöser dahinter. Zum Beispiel ein drohender Stellenabbau im Unternehmen oder ein Kollege, dessen Liebe zu Browsergames beim Chef auf Unverständnis stößt. Kann Spielen wirklich zur Kündigung führen? Höchste Zeit, Antworten zu suchen.

Browsergames sind Verführer: Leicht zu haben, aber nicht ungefährlich.

Ihre Verfügbarkeit macht sie so beliebt – sie kosten praktisch nichts, erfordern keine langwierige Installation und sind überall über das Internet zugänglich. Jeder Mitarbeiter, der über einen Internet-Browser verfügt, kann ohne Umstände auf Browserspiele zugreifen. Ein Computerspiel auf dem Arbeits-PC zu installieren ist dagegen ungleich komplizierter. Daraus ein generelles Recht aufs Spielen abzuleiten, wäre jedoch voreilig.

Spielen ist kein Grundrecht für Erwachsene.

„Eigentlich“ ist die Gesetzeslage klar: Die Arbeitszeit ist der Beschäftigung mit dem Job vorbehalten. Steht im Arbeitsvertrag nichts zur Nutzung des PCs, gilt trotzdem die unausgesprochene Vorgabe, dass die Beschäftigung mit dem Internet nur berufliche Themen umfasst. Ausnahmen sollten direkt und unmissverständlich mit den Verantwortlichen geklärt werden, denn vielfach herrscht hier mittlerweile eine gewisse Toleranz in Unternehmen.

Die private Nutzung ist per Vertrag ausdrücklich untersagt? In diesem Fall tun alle Mitarbeiter gut daran, ihre Browsergames ausschließlich in der Freizeit zu spielen.

Für Browsergames gilt, was auch für die Nutzung der übrigen EDV gilt.

Der Arbeitgeber ist Eigentümer der EDV und darf daher auch entscheiden, wer wann und wie diese Betriebsmittel nutzen darf. Eine allgemeine Erlaubnis für Browsergames existiert nicht, und damit liegt es im Ermessen des Arbeitgebers, Ausnahmen zu erlauben. Zum Beispiel, das Spielen in Arbeitspausen zu genehmigen.

Ein Schlupfloch bietet in manchen Fällen das Betriebsverfassungsgesetz: Wurde diese Art von Privatnutzung über Monate oder Jahre vom Arbeitgeber geduldet, so kann es sein, dass eine sogenannte „betriebliche Übung“ vorliegt, und das ist so etwas wie ein Gewohnheitsrecht. Aber auch das muss im Streitfall eingefordert und durchgefochten werden – für betroffene Mitarbeiter auch keine leichte Übung!

Spieler haften für ihre Viren!

Pech, wenn mit so einem Game auch ein Virus Zugriff auf den Jobcomputer erhält. Und das ist nicht mal selten. Hier gilt: Zwar haftet bei illegalen Downloads der Anschlussinhaber (also das Unternehmen), bei einer ausdrücklich untersagten Browsergame-Nutzung jedoch wird der Mitarbeiter zur Verantwortung gezogen, weil er damit einen Virenbefall ausgelöst hat. Und der kann teuer werden.

Manche Browsergames sind tabu – auch wenn privates Surfen erlaubt ist.

Glücklich, wem als Gamer auch am Arbeitsplatz das gelegentliche private Spielen ganz offiziell gestattet ist. Ausnahmen gibt’s trotzdem: Auch wenn der Arbeitsvertrag diese Form der Internet-Nutzung genehmigt, gibt es Inhalte, die unter Umständen sogar eine fristlose Kündigung oder Schadenersatzforderungen nach sich ziehen. Dazu gehört alles, was dem Ansehen der Firma schaden kann – und das sind natürlich in erster Linie Gewalt, Pornografie und rechtsradikale Inhalte.

Kontrolle ist besser – aber ist die auch erlaubt?

Ganz klar: Nein. Eine totale Kontrolle durch die IT des Unternehmens ist in Deutschland rechtlich nicht zulässig, nur in begründeten Verdachtsfällen dürfen Mitarbeiter überprüft werden. Dem Recht des Arbeitgebers z. B. auf die Unverletzlichkeit seines Eigentums (Eigentumsrecht) kann damit das Recht des Beschäftigten auf freie Entfaltung seiner Persönlichkeit (Persönlichkeitsrecht) gegenüberstehen.

Gleichzeitig darf aber eine Firma durchaus alle Daten erheben und nutzen, die zur Erledigung eines Jobs nötig sind. Wenn es dazu erforderlich ist, den Browserverlauf von Beschäftigten zu überprüfen, kann das also völlig legal sein.

Can’t you see I’m busy?

Clevere Anbieter haben das Bedürfnis von Arbeitnehmern nach spielerischem Entertainment längst für sich genutzt: Sie bieten Browsergames an, die auf den ersten Blick wirken, als säße der Mitarbeiter gerade an einer wichtigen Präsentation, an der Bearbeitung einer Excel-Tabelle oder einer statistischen Erhebung. Inwieweit diese Spiele den Ansprüchen der Zielgruppe genügen, sei dahingestellt – und auch, ob so ein Angebot eigentlich hundertprozentig rechtlich zu vertreten ist.

Ein smarter Job sieht anders aus.

Jegliche private Internetnutzung zu unterbinden kann sich heute kaum ein Unternehmen mehr leisten, und zeitgemäß ist das sowieso nicht. Vor einiger Zeit soll sogar erwiesen worden sein, dass gelegentliches Spielen im Job durchaus entspannen und für frische Energie sorgen kann. Auch hier gilt: Das Maß ist entscheidend.

Ständiges privates Spielen und Surfen hinterlässt eben auch keinen guten Eindruck. Wer damit trotzdem einen Großteil seiner Arbeitszeit verbringt, muss sich fragen, wie es mit seiner Zufriedenheit bestellt ist: Macht der Job eigentlich noch Spaß? Oder ist er zur Routine geworden und eine neue Herausforderung längst überfällig? Denn seien wir ehrlich: Am meisten Spaß im Job hat immer noch derjenige, der sich wirklich für seine Aufgaben begeistern kann – und nicht aus Langeweile, sondern einfach mal zur Entspannung spielt.

 

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