News aus der Druckerbranche – April 2016

Immer mehr Druckereien müssen schließen. Das klassische Printhaus kämpft ums Überleben. Im hart umkämpften Printmarkt ist der Wettbewerb hoch, neue Technologien ermöglichen indes innovative Produktentwicklungen – sofern das notwendige Kapital vorhanden ist. Vor allen Dingen die Big Player der Branche zeigen, wie man sich mit einer zukunftsorientierten Unternehmensführung am Markt hält.

Bild: HP versucht der Branchenkrise mit innovativen Produkten zu trotzen. Bildquelle: Ken Wolter – 192614126 / Shutterstock.com

Weniger Umsatz aber neuer Rekord für HP Inc.

Nach der Umstrukturierung des US-amerikanischen PC- und Druckerherstellers Hewlett-Packard Company Ende 2015 in die Hewlett Packard Enterprise sowie die HP Inc. läuft es für das Unternehmen mit Sitz in Kalifornien zu Anfang 2016 noch nicht rund. Im ersten Quartal musste sich der Druckergigant mit Umsatzeinbußen von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr zufriedengeben. Der Vorsteuergewinn betrug nach dem operativen Geschäft 916 Millionen US-Dollar, im Jahr zuvor waren es knapp 200 Millionen US-Dollar mehr.

Auch HP hat folglich unter dem schwächelnden PC- und Druckermarkt zu leiden. Folge dieser Entwicklung sind Stellenkürzungen. Rund 34.000 Plätze sollen in den kommenden drei Jahren gestrichen werden, davon entfallen circa 3.300 Arbeitsplätze auf die HP Inc. Dem Tech-Channel CRN zufolge soll ein Großteil der Stellen sogar noch in diesem Jahr aufgelöst werden. Vor allem der Einbruch im Absatz der Notebooks und Desktop-PCs macht dem US-amerikanischen Printunternehmen zu schaffen.

Um diesem Trend schnellstmöglich entgegenzuwirken, bastelt HP Inc. eifrig an innovativen technischen Neuerungen im Notebook-Segment. Am 05. April hatte das Unternehmen sein neues HP Spectre 13 vorgestellt, das mit einer Dicke von gerade einmal 10,4 Millimetern das bis heute – nach eigenen Angaben von HP – flachste Notebook der Welt ist. Den passenden Rahmen für die Präsentation des Rekord-Notebooks bildete die New York Times International Luxury Conference, die dieses Jahr im französischen Versailles stattfindet.

Kenndaten des HP Spectre

  • Gehäuseboden aus Carbonfasern, Nettogewicht des Notebooks: 1,1 Kilogramm
  • Bildschirmgröße: 13,3 Zoll, Auflösung: Full HD (1920 x 1080 Pixel)
  • Zweigeteilter Akku mit 9,5 Stunden maximaler Laufzeit
  • Wahlweise Core-i5- oder i7-Prozessor der 6. Generation
  • 8 Gigabyte Arbeitsspeicher
  • SSD mit 512 Gigabyte Speicher
  • Stereolautsprecher von Bang & Olufsen
  • Vorinstalliertes Windows 10
  • Drei USB-Typ-C-Anschlüsse, zwei Schnittstellen unterstützen Thunderbolt
  • Integriertes WLAN und Bluetooth

 HP lockt Interessierte zeitgleich mit einer Business-Option. Für entsprechendes Entgelt lassen sich unterschiedliche Service-Dienstleistungen integrieren, die sich jedoch vordergründig an Geschäftsleute und Unternehmen richten. Neben Windows Pro haben Käufer die Option, Service-Leistungen wie die HP Custom Business Services im Abonnement zu erstehen. Das Spectre 13 von HP wird ab Juni für einen Einstiegspreis von 1.499 Euro zu haben sein.

Brother Industries schließt Marktlücken

Angefangen als kleine Reparaturwerkstatt in Japan, hat sich Brother Industries Ltd. mittlerweile zu einem Weltkonzern emporgearbeitet, das seinen Stammsitz ganz im Stile asiatischer Tradition noch immer im japanischen Nagoya unterhält. Mittlerweile repariert man allerdings nicht mehr Nähmaschinen wie noch 1908, Brother Industries operiert mittlerweile interkontinental und unterhält unter anderem Zweigstellen in den deutschsprachigen Ländern Österreich, Schweiz und Deutschland. Eines der weltführenden Unternehmen auf dem Printermarkt entwickelt und verkauft Drucker, Multifunktions- und Faxgeräte und sogar noch immer Schreibmaschinen und Nähsysteme.

Mit Abschluss des Geschäftsjahres 2015 stand der Umsatz bei 569.662 Mio. YEN, was umgerechnet über 4,5 Mrd. Euro entspricht. Weltweit fallen 34.988 Beschäftigte in den Konsolidierungskreis von Brother Industries, 3.946 Beschäftigte werden als nichtkonsolidiert geführt. Trotz der Krise am Druckermarkt wächst Brother Industries hingegen weiter. Erst 2013 gliederte das Unternehmen Nissei Co. als Tochterunternehmen der Konzerngesellschaft an. Nissei zählt zu den führenden japanischen Unternehmen in der Herstellung von Antriebstechniken.

Auch 2015 sorgte der japanische Printerkonzern für Schlagzeilen, als er den britischen Industriedruckspezialisten Domino Printing Sciences übernahm. Kostenpunkt der Übernahme: 1,5 Mrd. Euro. Die Domino-Gruppe agiert global mit Zweigstellen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA, in Indien, Schweden und auch in China. Mehr als 2.200 Beschäftigte sorgen für einen Jahresumsatz von letztmalig 436 Mio. Euro. Mit der Übernahme des Druckspezialisten von der britischen Halbinsel beweist Brother Industries wieder einmal Kenntnis in puncto Markterschließung und erweitert seine Expertise im Bereich Codierungs- und Kennzeichnungsdruck.

Doch auch auf dem inländischen asiatischen Markt ist Brother Industries um Wachstum, Umstrukturierung und Marktpräsenz bemüht. 2013 fusionierten unterschiedliche Produktionsstätten im chinesischen Xian mit Brother Machinery Xian Co., Ltd. Fast zeitgleich konnte die Zweigstelle auf den Philippinen den Anlauf innovativer Kommunikations- und Druckmaschinen melden. Abseits der straff regulierten Unternehmensführung im asiatischen Stil hat sich die Brother Group dem Corporate Social Responsibility Management verschrieben, das für eine ethisch und moralisch vertretbare Geschäfts- und Unternehmenspolitik eintritt.

In Verbindung mit Umweltprojekten wie Brother Earth wird der japanische Hersteller für Drucktechnik auch seiner sozialen Verantwortung gerecht und zeigt, dass sich modernes und erfolgreiches Unternehmensmanagement sowie soziales Engagement nicht ausschließen müssen, sondern die Grundpfeiler erfolgreichen Wirtschaftens sind – auch in Zeiten von vermeintlich unüberbrückbaren Marktkrisen.

Quellen:

  • Unternehmenssprecher
  • Statista Premium Account

Bildquelle:

  • Ken Wolter – 192614126 / Shutterstock.com