Die rollende Kugel, die schreibt – der Kugelschreiber

Der Kugelschreiber setzt seinen Siegeszug als unkompliziertes Schreibgerät seit dem 19. Jahrhundert unbeirrt fort. Bereits Galileo Galilei entwarf einen Vorläufer des Stiftes in einer Skizze. Achtzehn Jahre an Entwicklungsarbeit investierte der Ungar Josef Biro, bis seine Erfindung als erster Kugelschreiber patentiert und produziert wurde. Sein Patent wurde stetig weiter entwickelt und ist heute in jedem Büro, in jedem Haushalt und in jedem Unternehmen zu finden.

Beim Bürobedarf steht der Kugelschreiber weit vor dem Zubehör für den Druck nach wie vor an erster Stelle. Er ist ein unersetzliches Zubehör überall dort, wo mit der Hand geschrieben, notiert, gezeichnet und markiert werden muss und er überzeugt durch einen attraktiven Preis. Das Schreibgerät ist in allen gängigen Farben verfügbar und wird vor allem in blau und schwarz verwendet. Zur Korrektur, im Lektorat oder zur Markierung wird das Zubehör in rot angeboten. Der Kugelschreiber setzt sich aus den Bestandteilen 

  • Tintenpaste
  • Kugel
  • Mine und
  • Gehäuse

zusammen. Der Kern des Kugelschreibers ist die Mine im Inneren des Gehäuses. Sie beherbergt die zähe Tintenpaste und besteht aus drei wichtigen Komponenten.

  • Röhrchen
  • Schreibspitze und
  • Kugel

Das Röhrchen ist mit Tintenpaste befüllt. Es ist am oberen Ende offen, sodass verbrauchte Tinte mit nachströmender Luft im Röhrchen ersetzt werden kann. Auf der Tinte im Röhrchen schwimmt eine luftdichte Masse aus Kunststoff. Sie verhindert, dass Luft mit der Paste in Berührung kommt und unterbindet somit das Austrocknen der Tinte.

Am unteren Ende des Schreibgerätes sitzt die Schreibspitze mit der Kugel. Die Spitze gibt der Kugel Halt und Bewegungsfreiheit. Dank der Dichtungsmasse innerhalb des Röhrchens trocknen qualitativ hochwertige Schreibspitzen nicht aus. Beim Schreiben dreht sich die Kugel innerhalb des Lagers der Schreibspitze und transportiert so die Tinte aus dem Röhrchen auf das Schreibmedium.

Die Kugel nimmt bei der Drehung die Tinte auf der oberen Seite aus dem Röhrchen auf und befördert die Farbe nach unten auf das Trägermaterial. Die Kugel hat je nach Modell und Verwendung eine andere Größe. Sie wird in einem Durchmesser von 0,7 bis zu 1,4 Millimetern und in speziellen Modellen von hochwertiger Qualität für besonders feine Linienführung auch in nur 0,2 Millimetern angeboten.

Lang lebe der Kuli

Das beliebte Schreibgerät zum günstigen Preis – ob in blau, schwarz, grün oder rot – wird im deutschen Sprachraum einfach Kuli genannt. Den Namen hat das Schreibgerät dem im Jahr 1928 von Rotring entwickelten und so genannten Tintenkuli zu verdanken. Der Tintenkuli von Rotring wurde durch die fortschreitende Weiterentwicklung schließlich 1938 durch den Kugelschreiber von Biro abgelöst. In der 1940er Jahren erlebte das Schreibutensil seinen Durchbruch im Büro und im Unternehmen und wurde endgültig zum Kuli erklärt.

Auch die technischen Verfeinerungen bis hin zum heutigen modernen Kugelschreiber aus hochwertigem Material wie Leder oder Metall oder in preiswerter Verarbeitung werden weiterhin mit Kuli tituliert. Der beliebte Kuli überzeugt durch seine außerordentliche Langlebigkeit. Seine Tintenpaste trocknet im Gehäuse nicht ein, auch wenn keine Verschlusskappe verwendet wird. Die Konsistenz der Tintenpaste ist extrem zäh und dickflüssig und sie hat eine außerordentliche Deckkraft.

Diese beiden Kriterien sind für den geringen Verbrauch der Kulifarbe verantwortlich und ermöglichen eine enorm hohe Langlebigkeit. Unter allen Schreibwaren im Bereich des Bürobedarfs zeigt der Kuli die höchste Schreibleistung. Zahlreiche Hersteller legen auf die Laufleistung ihrer Produkte besonders hohen Wert und garantieren eine Kapazität von bis zu 10 Kilometern oder 600 Briefen im Format DIN A4.

Eine behördlich anerkannte Paste  – die Kugelschreibertinte 

Die Kugelschreibertinte besteht grundsätzlich aus Kunstharzen, Farbstoffen und Lösungsmitteln. Unterschiedliche Anwendungen erfordern verschiedene Eigenschaften der Tintenpaste. Jeder Hersteller setzt daher seine eigene Rezeptur ein, um ein möglichst konkurrenzloses Kugelschreibermodell zu bieten.

Um laufend moderne Schreibwaren zur Verfügung zu stellen, wird auch die Paste fortlaufend weiter entwickelt. Aktuell bemühen sich zahlreiche Forscher darum, natürliche Tintenpasten bereit zu stellen, die ohne den Einsatz an Chemie auskommen. Die Tintenpaste des gängigen Kugelschreibers ist wasserfest und trocknet auf dem Papier sehr rasch. Nach dem Farbauftrag ist sie schnell wisch- und abriebfest. Die Farbe wird mit einem gleichmäßigen Auftrag auf dem Papier verteilt und ist zuverlässig deckend.

In den meisten Kugelschreibermodellen ist die Tintenpaste zudem dokumentenecht. Die Kriterien für Dokumentenechtheit sind in der Norm ISO 12757-2 und im Paragraph 29 der Dienstordnung der Notare mit dem Kürzel DONot festgelegt. Die Dokumentenechtheit bescheinigt nicht nur Zubehör für den Druck, wie Druckerpatronen und Tonerkartuschen, sondern auch den Kugelschreibertinten ihre Tauglichkeit für behördliche Anerkennung.

Dokumente, wie Urkunden, Ausweise, Bescheinigungen oder Verträge, die mit der geprüften und zertifizierten Kugelschreibertinte unterschrieben sind, werden als dokumentenecht anerkannt. Für das Zertifikat werden strenge Kriterien der Prüfung angelegt. Hierzu zählen die Intensität der Farbe, ihre Deckung auf dem Papier und ihre Beständigkeit gegen Lichteinfall und UV-Einstrahlung. Wird Wasser auf dem Medium vergossen, dann darf das Farbmittel nur so weit verlaufen, dass die Linien gut sichtbar bleiben. Zudem müssen die Dokumente Hitze und Kälte ebenso stand halten, wie dem Verwischen und Abrieb.

Kopf hoch mit dem Space Pen

Das gängige Modell des Kugelschreibers muss beim Schreiben mit der Spitze senkrecht nach unten geführt werden. Die Tintenpaste wird durch die Schwerkraft aus dem Röhrchen bewegt. Der Space Pen kann auch mit der Spitze nach oben schreiben. Die Mine dieses speziellen Stiftes steht unter Druck, da sie mit Stickstoff gefüllt ist. Am Ende des Röhrchens ist ein Plättchen aus Metall angebracht, das die Farbe wie ein Kolben nach unten drückt.

Schreiben im Handumdrehen, mit Stil oder im Alltagsgewand – die Varianten

Auf dem Markt haben sich drei technische Varianten für das beliebte Schreibutensil durchgesetzt

  • Drehkugelschreiber
  • Druckkugelschreiber
  • Instantkugelschreiber

Eine kleine drehende Handbewegung erfordert der Drehkugelschreiber, dessen Schreibspitze durch das Drehen des Gehäuses aus dem Schaft heraus tritt. Die Technik signalisiert eine höhere Qualität der Verarbeitung und des Materials. Der Vorteil dieser Variante ist die Schonung der Schreibspitze und der Tintenpaste, deren Austrocknen durch das Parken der Innenmine unterbunden wird.

Der Druckkugelschreiber drückt die Schreibspitze von oben nach unten heraus. Auch diese Technik parkt die Schreibspitze zur Pflege des Kugelschreibers. Der Instantkugelschreiber ist ein unbeweglicher Stift, dessen Schreibspitze meist durch eine Kappe geschont wird. 

Je nach Anspruch, Anwendung und Preis variieren die Ausstattungen, die Technik und das Material der Schreibwaren. Für einen günstigen Preis sorgt die Verarbeitung von Instantkugelschreibern mit Plastik, während anspruchsvollere Schreibutensilien nicht nur eine feine Technik und vielseitige Tintenpasten verwenden. Je nach Preisklasse kommen

  • Plastik
  • Hartplastik
  • Metall 
  • Leder
  • Holz und
  • Edelharz 

für die Herstellung der Schreibwaren zum Einsatz. Spezialisierte Hersteller von zuverlässigen Schreibwaren, wie Parker, Faber-Castell, Stabilo oder Pelikan bieten ihre Produkte mit technisch ausgereifter Verarbeitung in unterschiedlichen Materialien und mit ungewöhnlichen Designs in ausgewählten Kollektionen als Option für ausgesuchte Geschenke an.

Das Schreibutensil wird zudem häufig als Werbemittel eingesetzt. Hierfür werden auf einem ausgewählten Stift das Logo von Firmen, die Adresse oder der Name des Werbenden aufgebracht und in großer Auflage bereit gestellt, um den Kuli anstatt der Visitenkarte als nützliches Geschenk weiter zu geben.