Druckertinte entfernen – je schneller, desto besser.

Druckertinte haftet – und zwar am besten da, wo man sie eigentlich gar nicht haben will. Denn Tinte ist hartnäckig! Findige Anwender haben sich die guten Färbeeigenschaften der Tinte sogar schon mit besonders kreativen Ideen zunutze gemacht: Zu den skurrilsten gehört zweifellos die, sich Tattoos mit Druckertinte selbst zu stechen – eine Idee, von der dringend abzuraten ist! In den meisten Fällen ist allerdings der Hautkontakt mit Druckertinte eher einem Unfall beim Patronenwechsel zu verdanken als dem Wunsch nach dekorativem Hautschmuck. Und hier gilt es schnell zu handeln, bevor aus einem kleinen Fleck ein dauerhaftes Ärgernis wird ...

Pigmentierte Tinten halten besser – nicht nur auf Papier.

Was auf Papier leuchtende Töne hervorbringt, besticht leider auch auf anderen Untergründen durch besondere Farbintensität: Druckertinte mit Farbpigmenten ist noch ein Stück schwerer zu entfernen als wasserbasierte Farbtinten. Die hochwertigen pigmentierten Tinten sind meistens wisch- und wasserfest und haften damit einfach überall – auch auf den Händen, an der Kleidung und auf der Schreibtischfläche. Für alle Druckertinten aber gilt: Je schneller Sie reagieren, desto größer die Chance, dass sich die Tintenflecken rückstandslos beseitigen lassen. Werfen wir also einen Blick auf die verschiedenen Tricks und Mittel zur Druckertinten-Entfernung!

Hand bedruckt? Wie Sie Druckertinte auf der Haut entfernen.

Nicht nur Anwender, die Tintenpatronen selbst nachfüllen, ärgern sich häufig über Tintenflecken auf den Handflächen. Auch beim regulären Auswechseln der Druckerpatronen tritt oftmals Restfarbe aus, die sich an der Öffnung oder auf dem Boden der Patrone gesammelt hat. Ist die Farbe einmal auf die Haut gelangt, genügt einfaches Händewaschen mit Seife nicht. Versuchen Sie es stattdessen mit:

  • Waschpulver: Der Klassiker. Geben Sie es in eine Schale mit heißem Wasser und legen Sie die Hände für einige Minuten zum Einweichen in die Waschmittellösung. Wichtig ist, dass sich die Poren öffnen, denn die Druckertinte sitzt tief in der Hautoberfläche! Anschließend können Sie die Reste abspülen  – wenn nötig, mithilfe einer kleinen Bürste.
  • Hornhautfeile oder Scheuermilch: Für den Härtefall. Diese Maßnahmen greifen, wenn die Farbe mit Waschpulver garnicht zu entfernen ist. Sie können die Tintenflecken durch Rubbeln mit einer Feile/ einem Bimsstein vorsichtig abschleifen, wobei es sinnvoll ist, die Haut auch hier zuvor in Waschpulver-Lösung einzuweichen. Oder Sie schrubben die Handflächen mit Scheuermilch und einer Handbürste/ einem Scheuerschwamm sauber!
  • Backpulver und Zitrone: Das schonende Hausmittel. Einfach ein Tütchen Backpulver mit etwas Zitronensaft mischen, gut in die Hände einreiben und anschließend mit warmem Wasser abspülen.

Vergessen Sie nicht, Ihre Haut nach der Prozedur gründlich einzucremen: Putzmittel greifen Ihre Hautoberfläche an und trocknen sie aus.

Ihnen passiert die Tinten-Panne im Büro, und unsere Soforthilfe-Mittel sind nicht verfügbar? Ersetzen Sie das Waschpulver durch einen zerkrümelten Spülmaschinen-Tab! Die sind meistens auch im Office zur Hand.

Tinte auf der Kleidung: Erste Hilfe mit Haarspray, Waschmittel & Co.

Auch wenn Druckertinte auf Kleidung gerät, ist schnelles Handeln das Gebot der Stunde. Sind gerade keine Hilfsmittel zur Hand – zum Beispiel, wenn Ihnen das Missgeschick im Büro passiert –, legen Sie den Stoff am besten sofort in Wasser ein und versuchen, die Farbe mit einer kleinen Bürste vorsichtig zu entfernen. Für alle waschbaren Kleidungsstücke hat sich ansonsten eine Behandlung in zwei Schritten bewährt:

  • Erstens: Haarspray! Die Inhaltsstoffe des Haarsprays lösen durch ihre chemischen Eigenschaften die Farbpartikel der Druckertinte aus dem Stoff. Sprühen Sie die betroffene Stelle einfach sorgfältig ein.
  • Zweitens: warmes Wasser, etwas Waschmittel und Essig. Weichen Sie die Kleidung mindestens ½ Stunde in warmem Wasser ein, dem Sie etwas Waschmittel und einen Schuss Essig zugeben. Danach nur noch kalt ausspülen! Sind immer noch Farbreste erkennbar, wiederholen Sie die Behandlung.

Sind die Flecken besonders hartnäckig, können sie auch mit einem in Franzbranntwein getränkten Schwamm ausgerieben werden.

Anschließend geben Sie die von Druckertinte befreite Kleidung am besten in die Waschmaschine. 

Weg damit, bevor sie trocknet! Druckertinte auf dem Schreibtisch.

Wer schnell ist, hat auch hier die besten Chancen: Ist Druckertinte auf den Tisch geraten, so darf sie auf keinen Fall eintrocknen. Greifen Sie also zunächst zu allem, was verfügbar ist – egal ob Taschentuch oder Klopapier – und nehmen Sie die flüssige Farbe damit auf. Ist sie angetrocknet, aber noch nicht komplett trocken, kann die ausgelaufene Druckertinte mit Allzweckreiniger entfernt werden. Vollständig eingetrocknete Tintenflecken sind leider kaum noch zu entfernen! Holzoberflächen können zwar durch vorsichtiges Abschleifen gerettet werden, auf den meisten anderen Materialien jedoch bleibt ein Rest von Druckerfarbe.

Tintenflecke auf dem Boden? Hausmittel und Reiniger helfen.

Wenn Farbspritzer aus der Druckerpatrone auf dem Boden landen, sollten Sie nicht die Nerven verlieren – und die Farbe womöglich noch durch Drauftreten zusätzlich auf dem Boden verteilen. Stattdessen können Sie den Fußboden seinem Material entsprechend reinigen:

  • Druckertinte auf Teppichen: Auch hier können Sie, wie oben beim Thema Kleidung erläutert, mit Haarspray und anschließendem Essigwasser arbeiten. Es ist natürlich ein wenig komplizierter, weil das Farbwasser aus den Fasern aufgenommen und entfernt werden muss!
  • Druckertinte auf wischbaren Böden: Schnell aufnehmen, solange die Farbe flüssig ist! In jedem Fall können Sie die Fläche mit handelsüblichem Allesreiniger säubern. Für besonders hartnäckige Farbflecken empfiehlt sich Ammoniak: Tränken Sie ein Tuch damit, bedecken Sie damit die verschmutzte Fläche und waschen Sie sie danach mit Seifenwasser aus.

Zum Abschluss der Behandlung mit klarem Wasser nachwischen – fertig!

Reinigen ist gut, Vorbeugen ist besser!

Die meisten Tintenpannen lassen sich vermeiden. Damit die Druckertinte nur da haftet, wo sie hingehört, sollte Sie natürlich im Umgang mit Tinte und Tintenpatronen konzentriert und aufmerksam bei der Sache sein. Es gibt aber auch einige Maßnahmen, mit denen Sie das Risiko dauerhafter Druckerflecken minimieren können:

  • Drucker richtig platzieren: Auch wenn Sie nicht ­– wie Büros mit mehreren Geräten – einen eigenen Raum für Ihren Drucker zur Verfügung haben, so sollten Sie ihn so positionieren, dass sich keine empfindlichen Flächen oder Teppichböden in direkter Nähe befinden.
  • Empfindliche Flächen schützen: Steht der Drucker auf dem Schreibtisch, so können Sie ihn auf eine schützende Unterlage stellen, zum Beispiel ein Tischset aus Kunststoff.
  • Einweghandschuhe tragen: Beim Patronenwechsel schützen Einmal-Handschuhe die Hände zuverlässig. Gummihandschuhe, wie sie zum Putzen verwendet werden, sind allerdings zu grob: Geeignete Handschuhe gibt es in der Drogerie und in der Apotheke, meistens gleich 10, 50 oder 100 Stück im Paket.