Drucker-Test: HP PageWide 352dw

Viele Büros brauchen einfach einen Drucker, der richtig schnell druckt – so banal das auch klingt. Einen, der keine andere Aufgabe hat als die, bedrucktes Papier zügig und zuverlässig ins Ausgabefach zu befördern. Der nicht scannen und nicht faxen muss, sondern einfach nur seine Kernkompetenz – das Drucken – beherrschen sollte wie ein Profi. Für diese Kunden war ein Laserdrucker bisher die einzig ernstzunehmende Lösung.

Vor allem der Geschwindigkeit und der Wirtschaftlichkeit wegen, aber auch, weil sich viele die Geräuschkulisse eines Tintenstrahldruckers nicht zumuten mochten. Der Kompromiss, den man dafür eingehen musste, war der unvermeidliche Tonerstaub in den Kopierräumen! Mit einem Drucker wie dem HP PageWide 352dw soll sich das ändern, verspricht HP, und zwar grundlegend. Wir nehmen den Neuen unter die Lupe – und prüfen, was er kann.

Warum PageWide als Drucker funktioniert

Der HP PageWide 352dw ist der kleinste der HP Business-Drucker aus der neuen PageWide-Serie und wurde im Juni 2016 auch als letztes der sechs Modelle auf den Markt gebracht. Das Innovative an PageWide: Die Drucktechnik funktioniert zwar mit Tinte, hat mit dem klassischen Tintenstrahldruck aber nicht mehr viel gemeinsam. PageWide-Drucker arbeiten mit einem seitenbreiten, feststehenden Druckkopf, der mit Tausenden einzelner Düsen ausgestattet ist und die Seiten zum Drucken nur einmal unter sich hindurchzieht statt sich mehrmals quer über das Blatt zu bewegen. Eine Effizienz, die viel Zeit spart – und den Drucker schneller macht als alle vergleichbaren Officejets.

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Schneller drucken: Das schafft er spielend

Wir testen zunächst die wichtigste Disziplin: die Geschwindigkeit. HP unterscheidet hier zwischen dem Büromodus („General Office“) und dem Modus nach ISO-Standard, wobei der Büromodus aus unserer Sicht qualitativ ganz klar über dem Entwurfsmodus liegt. Schriftbild und Farbsättigung sind absolut ausreichend für alles, was so täglich im Büro anfällt. Der Hersteller verspricht hier 45 Seiten in der Minute – und hat nicht übertrieben: Das Gerät wirft zügig Seite um Seite aus, und auch die herstellerseitig angegebenen ISO-Werte von 30 Seiten pro Minute halten unserer Prüfung stand.

Festzustellen ist, dass HP im Vergleich zur Officejet Pro X-Serie – den ersten Druckern, die HP 2013 mit PageWide-Technologie ausstattete – die Geschwindigkeit offensichtlich etwas heruntergefahren hat. Dennoch: Das Ergebnis toppt alle LaserJets, die wir bisher getestet haben.

Einen weiteren Pluspunkt geben wir dem Drucker für seinen automatischen Duplexdruck, der sich bei einem hohen Druckaufkommen papiersparend und umweltfreundlich auswirkt.

Die Qualität: gutes Druckbild, hochwertige pigmentierte Tinten

Mit der Einführung der PageWide-Drucker hat der Hersteller nach eigenen Angaben auch die Tinten verbessert: Vor allem der Wischfestigkeit soll das zugute kommen. Das wäre wünschenswert, schließlich kommen die Seiten blitzschnell aus dem Drucker – da passiert es schnell mal, dass das Schriftbild mit Ausgabe der folgenden Seite verschmiert. Und hier können wir Entwarnung geben: Die Tinte trocknet schnell, jedes Blatt holen wir trotz des hohen Durchlaufs trocken aus dem Drucker.

Das Druckbild selbst sieht gut aus, die Texte sind trotz ganz leicht faseriger Konturen präzise im Gesamtbild. Die HP-typischen Pigmenttinten machen die Farben zwar einen Hauch dunkler, gleichzeitig sorgen sie aber für einen satten Farbauftrag und ein in sich stimmiges Gesamtbild.

Anschlüsse und Ausstattung: Es fehlt an nichts

USB, Kabel und WLAN, Ethernet  und wireless-direct – HP hat seinen PageWide 352dw mit allem ausgestattet, was die Bedienung einfach und den Drucker netzwerkfähig macht. Nutzer von Android- und iOS-Geräten können ihn via Apple AirPrint, HP ePrint und Google CloudPrint auch direkt über ihr Mobilgerät ansteuern. Mit dem Verzicht auf die üblichen MFP-Optionen hat sich der Hersteller auch beim Display auf eine 5,1 cm-Diagonale beschränkt – nicht üppig, aber in Hinblick auf die Anwendungen völlig ausreichend.

Die Kosten: günstig in der Anschaffung, wirtschaftlich im Gebrauch

Mit einem empfohlenen Verkaufspreis von 299 € startete der HP PageWide 352dw im Juni 2016, heute ist er sogar schon für weniger zu haben. XL-Patronen sind für ihn leider nicht vorgesehen, dafür halten die vier HP PageWide Druckerpatronen seine Folgekosten in vertretbaren Grenzen. Hinzu kommen eine günstige Energiebilanz und geringe Wartungskosten: Der PageWide-Drucker gleicht ausgefallene Tintendüsen selbst aus und arbeitet damit erfreulich selbstständig.

Resümee: Der „Fighter“ wird sich bewähren

Wer ihn gut auslastet, wird viel von ihm haben: Der HP PageWide 352dw ist ein Arbeitstier, das sein Output schnell, zuverlässig und in hochwertiger Qualität erledigt. Vielleicht läuft er deshalb bei HP unter der Produktkategorie „Fighter“! Das Gerät wird für kleine Firmen und Arbeitsgruppen mit einem Druckvolumen von rund 3000 Seiten monatlich empfohlen und ist da auch bestens aufgehoben.

Wer Funktionen wie Fax und Scan benötigt, greift dann zum entsprechenden Multifunktionsgerät, dem HP PageWide 377dw MFP. Auch ihn haben wir im Test einer eingehenden Prüfung unterzogen.